PHILOSOPHIE
Modedesignerin zu werden war immer mein Traum. Mich haben Textilien von Anfang an fasziniert: Sie können Geschichten erzählen und Gefühle ausdrücken. Genau das hat mich dazu gebracht, diesen Traum zu verfolgen.
Ich hatte auch Momente, in denen ich gezweifelt habe, ob das der richtige Weg ist, denn nach meiner Erfahrung kann die Mainstream-Modeindustrie ein harter und unfreundlicher Ort sein. Mir ist eine kooperative Arbeitsweise wichtig, in der Menschen respektvoll und unterstützend miteinander umgehen und in der meine Materialien und Methoden zu meinen Werten passen. Deshalb arbeite ich mit upgecycelten Kleidungsstücken und Naturfarben.
Während meines Studiums hatte ich das Glück, Arbeitsweisen und Konzepte außerhalb der traditionellen Modeindustrie kennenzulernen. Diese passen zu meinen eigenen Werten und prägen meine Arbeit bis heute.
Für mich gehören gute Arbeitsbedingungen und die Wahl der Materialien zusammen. Deshalb hinterfrage ich jeden Schritt meines Prozesses. Als Modedesignerin bin ich für die Materialien verantwortlich, die ich auswähle, und nehme diese Verantwortung ernst. Ich färbe jedes Stück von Hand in meinem Atelier in Flensburg mit Naturfarben wie zum Beispiel Zwiebelschalen, Blütenblättern und Blauholz. Auf dem Hang Tag jedes Stücks stehen die verwendeten Färbematerialien.
Meine Materialien beziehe ich vom Berliner Textilsortierbetrieb Textilhafen und aus Second-Hand-Läden. Für meine Kleidungsstücke upcycle ich alte T-Shirts, Blusen, Tischdecken, Bettwäsche und andere Textilien. Die Textilien bestehen aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen (laut Hersteller-Etikett), und die Webetiketten in meinen Kleidungsstücken bestehen zu 100 % aus Baumwolle.
Meine Färbematerialien beziehe ich von verschiedenen Quellen. Die Zwiebelschalen kommen größten Teils vom Café Isa in Flensburg. Färbematerialien wie Cochineal, Blauholz oder Krapp kaufe ich in Fachgeschäften für Naturfarben. Viele der Blumen, die ich zum Färben verwende, zum Beispiel Kosmeen, ziehe ich selbst heran, ernte und trockne sie. Deshalb weiß ich, wie viel Arbeit in jeder einzelnen Blüte steckt. Freund*innen und Unterstützer*innen schenken mir außerdem getrocknete Blumen aus ihren Gärten oder von Sträußen, und andere Materialien wie Blätter oder Blasentang sammle ich bei Spaziergängen. Wenn ich in der Natur sammle, nehme ich nur wenige Pflanzen mit und lasse immer Blüten für die Insekten übrig. Mein Ziel ist, dass niemand bemerkt, dass ich dort war.